Instagram-Karussell erstellen, ohne Canva, direkt im Browser
Was ein Karussell ist und warum es sich lohnt
Ein Karussell ist ein Instagram-Post mit mehreren Bildern zum Durchwischen, bis zu 20 Slides in einem einzigen Post. Der Unterschied zu einem einzelnen Foto ist mehr als nur mehr Platz: Wer beim ersten Slide nicht reagiert, sieht später oft noch den zweiten, wenn der Post insgesamt gut läuft. Ein Karussell bekommt also eine zweite Chance im Feed, die ein einzelnes Bild nicht hat.
Für ein Studio, einen Salon oder ein Restaurant ist das genau der Fall, in dem sich der zusätzliche Aufwand lohnt. Ein Vorher-Nachher, eine Schritt-für-Schritt-Erklärung oder eine Preisliste wirken auf fünf bis zehn Slides ruhiger und lesbarer als zusammengequetscht auf ein Bild. Ein Beispiel: Statt ein einzelnes Foto mit "Vorher/Nachher"-Beschriftung und viel zu kleinem Text zu posten, bekommt jeder Zustand einen eigenen Slide, groß und ohne Gedränge.
Warum ohne Canva?
Canva ist ein gutes Werkzeug, auch für Karussells. Die Vorlagen-Bibliothek ist riesig, mehrere Leute können gleichzeitig an einem Design arbeiten, und dasselbe Konto deckt Präsentationen, Flyer und Social Media gleichermaßen ab. Genau darin steckt aber auch der Haken, wenn es nur um Instagram-Karussells geht: Man bezahlt ein Abo für ein Rundum-Werkzeug und nutzt selten mehr als einen Bruchteil davon. Dazu kommt, dass tausende andere Accounts dieselben Vorlagen verwenden, deshalb sehen viele Canva-Karussells auch wie Canva aus, unabhängig davon, was eigentlich im Post steht.
Wer wirklich nur Karussells baut, braucht kein Werkzeug für alles, sondern eines, das für genau diesen einen Job gemacht ist: richtige Formate von Anfang an, eine Vorschau, wie der Post im Feed wirkt, und Text, der nicht über den Rand hinausläuft. Postd läuft im Browser, kostet in der Grundversion nichts und braucht dafür kein Konto. Wer trotzdem lieber bei Canva für andere Aufgaben bleibt und nur für Karussells wechselt, verliert nichts: Fotos und fertige Grafiken lassen sich problemlos importieren, nur der Karussell-Teil passiert danach an einem Ort, der genau dafür gebaut ist.
Schritt 1: Format festlegen
Bevor das erste Bild reinkommt, legst du das Seitenverhältnis fest. Der Standard ist 4:5 mit 1080 mal 1350 Pixeln, das nutzt die Fläche im Feed am besten aus. 1:1 (1080 mal 1080) und das hochkantige 9:16 (1080 mal 1920) sind ebenfalls möglich, etwa wenn du Story-Ausschnitte weiterverwendest.
Wichtig ist eine Regel, die viele erst nach dem ersten missglückten Post kennen: Instagram schneidet alle weiteren Slides auf das Seitenverhältnis des ersten Slides zu. Fängst du mit 4:5 an, werden auch quadratische oder hochkantige Bilder, die du später einfügst, auf 4:5 zurechtgestutzt. Deshalb zuerst das Format wählen, dann gestalten. Die genauen Maße und wie das Profil-Grid deine Slides zusätzlich beschneidet, stehen im Größen-Guide für Instagram-Karussells.
Schritt 2: Bilder per Batch-Import reinholen
Fotos einzeln hochzuladen und für jedes einen neuen Slide anzulegen, kostet bei zehn oder zwanzig Bildern spürbar Zeit. Mit Batch-Import ziehst du alle Bilder auf einmal in den Editor, jedes Bild bekommt automatisch einen eigenen Slide, in der Reihenfolge, in der du sie ausgewählt hast. Danach sortierst du per Ziehen, falls die Reihenfolge noch nicht passt.
Das lohnt sich besonders nach einem Fotoshooting oder einem Tag mit vielen Eindrücken: alle Bilder rein, sortieren, weitermachen mit Text und Layout. Auch unterschiedlich große Ausgangsbilder sind kein Problem, jedes Bild landet automatisch im vorher festgelegten Format, ohne dass du jedes einzeln zuschneiden musst.
Schritt 3: Text setzen, Safe Zones respektieren
Text am äußersten Rand eines Slides ist ein Risiko: Im Profil-Grid schneidet Instagram die Vorschau auf ein 3:4-Kachelformat zu, und im Feed selbst liegen Profilname, Bildunterschrift und die Buttons zum Liken und Kommentieren über dem unteren Bereich des ersten Slides. Was dort steht, ist im Zweifel nicht mehr zu lesen.
Als Faustregel gilt: mindestens 50 Pixel Abstand zu jeder Kante, auf dem ersten Slide zusätzlich das untere Drittel für die Instagram-Oberfläche freihalten. Genau nachmessen muss dafür niemand, dafür gibt es die Safe-Zone-Anzeige im Editor: Sie blendet die kritischen Bereiche direkt über dem Slide ein, während du Text platzierst. Ein Kontrast-Wächter warnt zusätzlich, wenn heller Text auf hellem Hintergrund unlesbar wird.
Schritt 4: Feed-Vorschau prüfen
Wie ein Slide im Editor aussieht und wie er später zwischen fremden Posts im Feed wirkt, sind zwei verschiedene Dinge. Vor dem Export lohnt sich deshalb ein Blick auf die Feed-Vorschau: der Post im Handy-Rahmen, eingebettet zwischen anderen Inhalten, dazu die Grid-Ansicht für das eigene Profil. So merkst du vorher, ob der erste Slide als Blickfang funktioniert und ob das Grid insgesamt noch zusammenpasst.
Gerade bei einem Cover-up, einer Transformation oder einem mehrteiligen Gericht lohnt sich ein zweiter Blick auf genau den ersten Slide: Er muss auch dann noch funktionieren, wenn jemand ihn isoliert im Grid sieht, Wochen später, ganz ohne den Rest der Geschichte.
Schritt 5: Exportieren und in der Instagram-App posten
Der Export liefert die Slides als Bilder in voller Auflösung, in der richtigen Reihenfolge benannt. In der Instagram-App wählst du beim Hochladen "Mehrere auswählen" und markierst die Bilder in der gewünschten Reihenfolge, Instagram übernimmt sie dann als ein Karussell.
Ehrlich gesagt: Diesen letzten Schritt kann Postd nicht abnehmen. Der Editor gestaltet den Post, veröffentlicht ihn aber nicht automatisch und plant auch keine Zeiten. Wer Posts vorab terminieren will, kann das kostenlos über die Meta Business Suite tun, der komplette Ablauf dafür steht im Artikel zum Planen ohne Abo.
Ein Beispiel: Vorher-Nachher in sechs Slides
Konkret sieht ein solches Karussell zum Beispiel so aus: Slide 1 zeigt das Ergebnis groß, als Hook, mit einer kurzen Frage im Text ("Wie sah das vorher aus?"). Slide 2 zeigt den Ausgangszustand. Slide 3 und 4 zeigen Zwischenschritte oder Details, die sonst untergehen würden. Slide 5 stellt beide Zustände nebeneinander. Slide 6 ist die CTA: ein Terminlink oder eine klare Ansage, wie man selbst so einen Termin bekommt. Sechs Slides, jede mit genau einer Aufgabe, statt eines überladenen Einzelbilds. Weitere durchdachte Beispiele für andere Branchen und Anlässe stehen in der Ideen-Sammlung mit 30 Konzepten.
Was der Editor sonst noch kann
Neben Format, Batch-Import und Safe Zones bringt der Editor die üblichen Werkzeuge mit, die ein durchdachtes Layout brauchen: Ebenen und Gruppen, um Text, Formen und Logo unabhängig voneinander zu verschieben, eine Text-Engine mit sauberem Umbruch, damit Überschriften nicht mitten im Wort umbrechen, und feste Logo-Plätze, die auf jedem Slide an derselben Stelle sitzen. Undo und Autosave verhindern, dass eine versehentliche Änderung den ganzen Nachmittag kostet. Wer unterwegs nicht weiterweiß, fragt den eingebauten Hilfe-Assistenten Posty, statt ein Tutorial zu suchen.
Kostenlos vs. Pro
Die kostenlose Version reicht, um den kompletten Ablauf auszuprobieren: voller Editor, bis zu 5 Slides pro Karussell, kein Konto nötig. Einzige Einschränkung ist ein Wasserzeichen im Export. Wer regelmäßig postet, mehr als 5 Slides braucht oder ohne Wasserzeichen exportieren will, wechselt zu Pro: 6,99 Euro im Monat oder 69 Euro im Jahr, dazu 7 Tage kostenlos zum Testen, bis zu 20 Slides, ein Marken-Kit für Farben, Schrift und Logo, und Cloud-Projekte, die auf zwei Geräten gleichzeitig verfügbar sind. Dazu kommen Teilen-Links, über die eine Kollegin oder Kundin Feedback direkt an einem Slide hinterlassen kann, ohne selbst ein Konto zu brauchen. Alle Details dazu stehen auf der Preise-Seite.
Wer erst mal nur ausprobieren will, ob sich Karussells für den eigenen Feed lohnen, findet Ideen dafür, was auf die einzelnen Slides gehört, gebündelt für Studios, Friseure und Restaurants im Artikel mit 30 Carousel-Post-Ideen.
FAQ
Wie viele Bilder passen 2026 in ein Instagram Karussell?
Bis zu 20 Bilder oder Videos in einem einzigen Karussell-Post. Im kostenlosen Postd-Editor sind Projekte auf 5 Slides begrenzt, mit Pro stehen alle 20 zur Verfügung, ohne dass sich am Ablauf sonst etwas ändert.
Kann ich ein Karussell komplett kostenlos erstellen?
Ja. Der Free-Plan bietet den vollen Editor ohne Konto und ohne Kreditkarte, für bis zu 5 Slides. Einzige Einschränkung ist ein Postd-Wasserzeichen im exportierten Bild, alle anderen Funktionen stehen uneingeschränkt zur Verfügung.
Welche Größe brauchen die Slides?
Der Standard ist 4:5 mit 1080 mal 1350 Pixeln. 1:1 (1080 mal 1080) und 9:16 (1080 mal 1920) sind ebenfalls möglich, je nachdem, welches Format zum Inhalt passt.
Kann ich verschiedene Formate in einem Karussell mischen?
Nein. Instagram schneidet alle weiteren Slides automatisch auf das Seitenverhältnis des ersten Slides zu. Das Format legst du deshalb vor dem ersten Bild fest, nicht danach, sonst gehen Bildausschnitte verloren.
Probier es direkt aus
Das nächste Karussell baust du in Minuten, nicht in einem Canva-Tab mit zwanzig offenen Vorlagen. Der Editor läuft im Browser, die kostenlose Version braucht kein Konto und keine Karte — einfach öffnen und bauen. Was es kostet, steht ohne Kleingedrucktes auf der Preise-Seite.